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Das Thema Feng Shui wird häufig mit einem mystischen Schleier überzogen, der die nachvollziehbaren
und bodenständigen Anteile dieser 5000 Jahre alten Lehre leider in den Hintergrund rückt. Die zahlreichen
Publikationen auf dem deutschen Markt tragen auch nicht gerade zu einem klareren Verständnis bei und so herrscht oft große Verwirrung, wenn es um Feng Shui geht.
Was also bedeutet Feng Shui wirklich? Tatsächlich ist diese traditionelle chinesische Lehre so
umfassend, dass diese Frage nicht in einem Satz zu beantworten ist. Die beiden chinesischen Wörter Feng und Shui bedeuten wörtlich übersetzt Wind und Wasser und dienen in erster Linie der Erhaltung /
Schaffung eines harmonischen Gleichgewichtes und eines natürlichen Energieflusses in allen Lebensbereichen. Dabei liegt der Schwerpunkt heute vor allem in der Betrachtung von Häusern, Wohn-
und Arbeitsräumen und Gärten.
Wie Feng Shui funktioniert, ist einfach zu erklären: Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf einem Hügel in der
freien Natur und errichten dort eine Mauer. Mit dieser Mauer verändern Sie die Energie dieses Platzes. Sie können sich nun windgeschützt (Veränderung der Windenergie) hinter die Mauer stellen oder die
Mauer als Schattenspender (Veränderung der Licht- und Wärmeenergie) nutzen. Je nachdem, wie also ein Gebäude in eine Landschaft gestellt wird, kann es
unterstützend auf den Menschen und die Umwelt wirken oder nicht. Deshalb ist es eben nicht egal, wo man sein Haus hinstellt oder in welche Wohnung man
zieht. Beispiele wie die Erdrutsche in der Schweiz, die vor einiger Zeit ganze Ortsteile verschüttet haben, zeigen deutlich, dass das Ignorieren einfacher Feng
Shui Gesetzmäßigkeiten seinen Tribut verlangt.
So dramatisch wie in der Schweiz fällt die Missachtung der Natur natürlich nicht immer aus – der natürliche Energiefluss zeigt den Bewohnern eines Hauses oder
einer Wohnung häufig auf eine subtilere Weise, wo die für sie günstigen/ungünstigen Plätze sind. Die Chinesen sprechen hier vom Fluss des Qi
. Mit Qi ist jede Form von Energie gemeint, die uns umgibt wie z.B. Wind, Wasser oder Licht. Wenn diese Energie zu schnell
durch ein Haus strömt, wirkt sie zerstörend. Führt man die Energie aber gezielt und in sanften Wellen durch den Wohn- oder
Arbeitsraum, wirkt sich das wohltuend auf die Menschen aus, die dort leben oder arbeiten.
Warum das so ist? Stellen sie sich vor, sie sind am Meer, die Sonne scheint und
es weht eine leichte Brise. Sie liegen im Sand und können entspannen. Verstärkt sich jetzt der Wind, kommt diese Harmonie aus dem Gleichgewicht. Plötzlich
haben sie Sand in den Augen und in der Nase und der Wind kühlt die Haut unangenehm ab. Man braucht wirklich kein Feng Shui Experte zu sein, um sich
vorzustellen, dass ein Haus, in dem ein solcher Energiedurchzug herrscht, nicht gemütlich ist... Dennoch findet man solche ‚Durchzüge‘, die z.B. durch
gegenüberliegende Fenster und Türen entstehen, in fast jedem modernen Haus.
Im Feng Shui ist es wichtig, dem Wohn- und Lebensraum eine harmonische Atmosphäre zu geben. Das fängt an der Eingangstür an und hört mit der richtigen
Plazierung der Betten oder der Gestaltung des Vorgartens nach Feng Shui Prinzipien auf. Dazwischen gibt es natürlich noch jede Menge Feinheiten und die Einbeziehung der fünf Elemente Holz, Feuer,
Erde, Metall und Wasser, die in China nicht nur für Feng Shui sondern auch für Medizin, Astrologie/Astronomie und Ernährung
von Bedeutung sind. Deshalb gehört eine Analyse der Elemente-Anteile über das chinesische Horoskop der Bewohner immer
zu einer fundierten Feng Shui Beratung. Jeder Mensch ist eben anders und neben den allgemeinen Regeln gibt es Feng Shui
Techniken wie die Farb-, Form- oder Materialauswahl, die diese Individualität im Wohn- und Arbeitsbereich berücksichtigen. Wir
haben bei unseren Beratungen und Seminaren häufig beobachten können, dass viele Menschen intuitiv die für sie unterstützenden Farben wählen, ohne dass sie ihr persönliches Horoskop kennen.
Feng Shui verbreitet sich in Deutschland immer mehr. Leider gibt es keine Institution, die das Berufsbild des Feng Shui
Beraters begleitet und eine fundierte Ausbildung gewährleistet. So kann sich eigentlich jeder als Feng Shui Berater ausgeben,
der ein Buch über das Thema gelesen hat. Das erklärt auch die vielen Widersprüche in den verschiedenen Feng Shui
Publikationen. Wer sich allerdings wirklich für Feng Shui interessiert, wird intuitiv den richtigen Berater auswählen oder sich selbst in die Materie einarbeiten.
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